Wolfgang Bittner (Text) und Ursula Kirchberg (Bilder):

Der Kaiser und das Känguru.

Oldenburg: Lappan 2002.

ISBN 3-8303-1032-3.
32 Seiten.
12,90 €.

Ab 4 Jahre.

 

 

Kurt Schwitters

trifft Eugène Ionesco

Wer Spaß hat an Spielen mit Sprache, Mixen von Dingen, die nun wirklich nichts miteinander zu tun haben, und an „absurdem Theater“, der ist hier genau richtig. Wenn er /sie auch noch gute Bilder mag: erst recht.
Und Da-da ist „echt Spitze“.

Kaiser und Känguru bilden eine kleine Alliteration. Es verbindet die beiden auch noch eine rot-braune Farbe der Außenhaut und ein komplementäres Grün als Halbhose bzw. Gärtnerschürze sowie der gleiche Hintergrund, ein braunes Ingres- oder auch Pack-Papier.

Ein Känguru als Gärtner bittet um eine Telefonzelle, um einen Wasseranschluss und bietet dem Kaiser unter anderem dafür eine Mohrrübe an. Was soll denn dieser Unsinn?

Spaß machen soll er. Der Text spielt mit vielen scheinbar unzuvereinbarenden Dingen und mit Wörtern und die Bilder nehmen das gern auf.

Der Reihe nach: Der Kaiser (nicht etwa nur ein König, man muss schon an die Grenzen gehen) besucht ein Denkmal. Das kann nur mit Krieg und Schlacht und Gewinnen und eigenen Verwandten zu tun haben. Dort trifft er ausgerechnet auf ein Känguru (das ja nun wirklich nicht in Mitteleuropa um diese Zeit dort sein kann). Dieses hat erstens mehrere Wünsche und zweitens weiß es nicht, mit welchem Namen es den Besichtiger ansprechen soll: Euer Gnaden? Ehrwürden? Durchlaucht (Assoziation: Schnittlauch_)? Das Gefolge schiebt sich nur ganz wenig zwischen Kaiser und Känguru, und die Familie des Tieres möchte vom Vater sowie nur eins: Die elektrische Brotschneidemaschine muss repariert werden.

So wie sich der Text im Absurden bewegt, so auch die Bilder.

Braun gestreiftes Papier als Untergrund, Durchbrechen der Sehgewohnheit durch weißen Hintergrund, aber eben dies Papier als Krone, Marschall-Stab, Berg hinter dem Känguru. Orange wird gegen Violett gesetzt und ganz viel Grün gegen das Rotbraun von Kaiser und Känguru. Über die diversen Körperhaltungen an sich und gegenüber kann man ganz viel erzählen und Geschichten „umzu“ erfinden.

Das können die Vorleser dieser Geschichte, wenn sie denn Geschichten dieser Art mögen. Ich mag. Und Cara, 2 Jahre 8 Monate, auch. Das gibt ganz viel neuen Stoff zum Fantasieren!