Lucia Scuderi:

Was der Wolf dem Mond erzählt.

Aus dem Italienischen von Danielle Heufemann.

Zürich: Bohem Press 2002.

ISBN 3-85581-374-4.
32 Seiten.
13,50 €.

Ab 4 Jahre.

 

 

Wölfe heulen nicht, sie klagen dem Mond ihr Leid, denn ein Erfolg versprechender Tag endete doch noch kläglich. Menschen würden sich auf die Erde werfen, mit den Fäusten trommeln und weinen. Wölfe klagen in der Nacht. Uuooiih.

 Wölfe in unserer Zeit

Fünf Mahlzeiten verschlingt unser Wolf an diesem Tag. Gierig schluckt er diverse Tiere herunter ohne zu beißen. Doch beim Versuch, auch den Hasen zu verspeisen, geschieht ein Unglück. Er schlägt über eine Baumwurzel hin und speit alle fünf wieder aus: Schaf, Huhn, Schwein, Maus und Vogel. Da sitzen dann alle fünf auf dem großen Baum und unten sitzt der Wolf, hungrig wie schon am frühen Morgen.

Drei Bilderseiten haben eine nette Überraschung, sie lassen sich (einseitig) aufklappen, um „das Innere“ zu zeigen: den Wolfsmagen mit den diversen „Inhalten“, die zuletzt im Dunkeln ein richtiges Fest feiern, so wie man es macht, wenn man gemeinsames Elend erfährt.

So gefährlich der Wolf pastelliert ist mit ganz viel Schwarz und großen gelben Augen, blutroter Zunge und Nase sowie spitzen weißen Zähnen, krumm und schief vom vielen Jagen, so übersichtlich und fast plakativ sind auch die anderen Tiere, ja, die Bilder selbst. Sie beschränken sich auf das Wesentliche und sind ausgesprochen stark in der Erinnerung.

Bleibt hier jetzt noch, die Moral zu betrachten.

Wölfe fressen nun einmal – und verschlingen ihre Opfer oftmals. Sie haben aus den Märchen offensichtlich noch nichts gelernt, höchstwahrscheinlich hat man sie ihnen immer noch nicht vorgelesen.

So können die Verschlungenen durch den Jäger wieder befreit werden oder – wie hier – durch einen Hasen. Das ist ein schöner Zusatz einer mehrschichtigen Geschichte.