John Rowe (Bilder) und Karl Rühmann (Text:)

Aber ich will

Gossau Zürich und Hamburg: Michael Neugebauer bei Nord-Süd 2002

ISBN3-85195-714-8
32 Seiten, 12,0 €

Ab 3 Jahre

 

 

Manchmal kann man sich seine Mutter aber wirklich auf den Mond wünschen. Immer hat sie was zu schimpfen und zu verbieten ...

 Mal richtig frech sein dürfen

Wenn Mutter endlich nicht mehr da wäre, dann könnte ich endlich all das tun, was ich so gern machen würde: Eislutscher für mich und alle meine Stofftiere in allen Farben aus dem Kühlschrank holen, ganz laute Musik hören, Cola mit meinen Freunden trinken und Frau Dittrich erschrecken. Und ins Bett gehen wenn ich müde bin, aber ohne Zähneputzen und vorher auch bestimmt nicht waschen.

Soweit ist alles richtig. Aber: Wer wird mir vorlesen und mein Bett einmal aufschlagen und mir einen Gutenachtkuss geben?

Rowe zeichnet den erzählenden Jungen als kleinen Banditen mit schwarzer Zorromaske, die auch seine Maus und sein Teddybär tragen. Trotzig hat der Kleine seine Arme vor der Brust verschränkt. Sein Blick ist starr, so sehr muss er sich über seine Mutter ärgern.

Es folgen acht Szenen voller Übermut und Rotzfrechheit, was man sich alles so vorstellen mag bei richtig Wütendsein, sogar die weiße Wand würde viel besser aussehen, wenn man sich mal anständig bemalen würde. Die Rülpsgeräusche der fast noch Baby-Generation nach dem Cola-Genuss sind fast hörbar.

Rowe illustriert den Text von Rühmann, zitiert sich und seine früheren Bücher und lässt dabei leider ein wenig seine frühere zeichnerische Sorgfalt und Frechheit vermissen. Vielleicht liegt das an der fast platten Moral: Nach einer anständigen Übertreibung kommt halt doch immer wieder eine Einsicht. Hier: Ohne Mutter geht’s nicht, das weiß man doch.