Jacky Gleich (Bilder) & Uri Orlev (Text):

Der Glücksschnuller.

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler.

Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg 2002

3-407-79290-5
32 Seiten,
x €

ab 3 Jahre

 

 

Für jedes Kind kommt die Zeit, sich der Windel zu entledigen und des Schnullers nicht mehr zu bedürfen. Selten geht das problemlos, oft bedarf es eines Anlasses.

 Für alles seine Zeit

Hier ist es ein Onkel aus Amerika (der merkwürdigerweise im Buch keinen Namen erhält). Er sieht gar nicht aus wie man sich einen Onkel vorstellt – mit seinen dreadlocks, dem schmalen Kinnbart und barfuß, fast als käme er gerade von der Love-Parade. Zudem trägt er neben zwei Ketten auch noch ein Band um den Hals und an diesem Band hängt ein Schnuller. Da bleibt dem vierjährigen Jonathan der Mund offen. Er ist also doch nicht der letzte, der seinen (und nur seinen!) Schnuller braucht, wie ihm seine Eltern und Geschwister glauben machen wollten.

Man muss schon ziemlich genau gucken, damit man mitbekommt, warum Jonathan nach dem Abflug seines Onkels „größer und erwachsener“ geworden ist, denn der Clou der Geschichte hat sich in den Bildern ein bisschen versteckt. Umso schöner, wenn man ihn entdeckt.

Jacks Gleich zeichnet gewohnt gegen „normale“ Sehgewohnheiten und erzählt gehörig über den Text hinaus weitere Einzelheiten oder ganze Geschichten. Oft augenzwinkernd nimmt sie die Erwachsenen (liebevoll) auf den Arm, karikiert sie ein bisschen durch Übertreibung.

Kleine Nebengeschichten eröffnen sich (Strafmandat, keinen Hund bei diesem Wetter vor die Tür jagen, Canasta am Nachmittag mit roten und schwarzen Dreien, Bruder Michael mit Zwille und Vogel im Hintergrund usw.) auf den meist doppelseitigen Bildern, die genug freie Fläche für den Text lassen und genug anbieten, um die Phantasie bei uns in Schwung zu bringen.

Ein gutes und selten behandeltes Thema, sehr schön erzählt und entsprechend bebildert. So will man Bilderbücher.