Christina Kadmon (Bilder) und Udo Weigelt (Text):

Alex war’s.

Gossau Zürich und Hamburg:
Nord-Süd 2002.

ISBN 3-314-01016-8.
32 Seiten.
12,80 €.

Ab 3 Jahre

 

 

Auf Godot zu warten ist blöd, denn Godot wird gar nicht kommen. Alex als Schuldigen hinzustellen ist schlau, denn Alex gibt es ja gar nicht. Alex ist eine Erfindung der drei kleinen Hasen Bruno, Benno und Bertil. Und Alex darf alle Schuld der drei übernehmen.

Schuld

haben die anderen

Der Trick klappt beim Bären: Alex hat dich gestört! Er funktioniert auch beim Stibitzen der Nussvorräte des Eichhorns: Alex war’s! Auch den Streich beim Dachs schiebt Bertil diesem Phantom zu: Alex hat die Blätter in den Bau gestopft! Selbst das Kaninchen schluckt die Ausrede, als die drei sein Möhrenbeet durcheinander bringen: Alex war’s! Das Bild zeigt zwar einen Maulwurf, der dabei war, aber der hat offensichtlich nichts gesehen. Da taucht plötzlich ein neuer Hase im Wald auf, sein Name: Alex.

Wie unsere drei B’s nun ihre Taten bereuen und Alex dadurch ganz viele Geschenke erhält, die er alle gar nicht tragen geschweige denn allein verzehren kann und sie selbstverständlich teilt, das guckt man am besten selbst.

Auch wenn die Geschichte sehr harmlos beginnt („Eines Tages tobten..."), so entwickelt sie sich doch zu einer sehr guten mit einer ebensolchen Moral ohne Zeigefinger. Die drei machen zwar Blödsinn, probieren Grenzen aus und erweitern ihr Tun, aber sie stehen auch dazu, als es auf einen Unschuldigen zu drohen geht. Das ist sympathisch.

Von den Bildern kann man leider nicht ähnliches behaupten. Christina Kadmon schwankt zwischen „süß" und „realistisch", stellt die Hasen in den verschiedensten übermütig gesprungenen Stellungen dar, lässt auch mal eine Schnecke mitspielen oder den o.g. Maulwurf. Ein Begeisterungsfunken kommt aber dennoch nicht rüber, so sehr auch die Sterne „funkeln" mögen. Vielleicht liegt das auch an der Farbgebung, denn Braun harmoniert weder mit Grün, noch erhellen sich die Farben gegenseitig, verschärfen sich nicht, beißen sich nicht, schaffen weder Ruhe noch Aufregung. Braun ist – zugegebenermaßen – schwierig.

Udo Weigelt dagegen findet nach „Ich war’s nicht!" eine schöne Fortsetzung von Ausflüchten.

Übrigens: Nicht ich habe diese Rezension geschrieben. Mein Computer war’s. Echt.