Amy Hest (Text) &
Anita Jeram (Bilder)

Bald bist du gesund,
Mischa Bär

Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2002

3-7941-4952-1.
32 Seiten.
23,90€

ab 2 Jahre

 

So viel Liebe und Geborgenheit

Wenige und großflächig gemalte Gegenstände, auf denen man den Pinselstrich sieht, der Schatten macht und Raum schafft, lenken den Blick auf das Wesentliche: Mischa Bär darf ganz klein sein und hilflos neben oder auf seiner massigen Mama Bär, die ihm so viel Liebe schenkt.

„Draußen war es kalte Nacht; sehr kalt und sehr dunkel.“ Schon sind wir mittendrin, sehen Mischa Bär, der gerade so aus dem Fenster auf uns Betrachter gut, vielleicht auch durch uns hindurch mit seinen starren und sehnsuchtsvollen Augen, vielleicht muss er sich sogar auf seine Tatzenspitzen stellen, damit er groß genug ist. Ihm zur Seite Mama Bär, die ihn beschützt und wärmt. Draußen ist es so kalt, dass das Dach zur Rutschbahn für die kleinen Mäuse werden darf. Und die Mäuse dürfen auch auf den folgenden Seiten nebenbei in der Geschichte mitspielen (running gag).

Auf dem ersten und dem letzten Bild stehen wir draußen und schauen nach drinnen, ansonsten sind wir in dem sauberen aber ärmlichen Haus von Mischa und seiner Mama. Dort herrschen eher triste Farben vor – bis auf die Kuscheldecke auf Mischas Bett und das leuchtende Zimmer mit dem warmen Ofen. Aber das stört nicht im Geringsten, im Gegenteil: Umso mehr rückt der liebevolle Umgang miteinander in den Mittelpunkt. Wie jedes Kind versucht zwar Mischa auch sich um den scheußlich schmeckenden Hustensaft herumzudrücken, aber ohne jede „Gewalt“ gelingt es Mama, dass Mischa ihn letztlich dennoch nimmt – und anschließend eine Belohnung erhält. Ein Lolli? Ein Poster? Weit gefehlt! Mischa darf mit Mama wach bleiben, bis der Schnee endlich fällt.

Als er dann aber tatsächlich die dunkle Nacht weiß tupft, da sehen wir die beiden durch die Fensterscheibe auf dem Sessel ganz gemütlich kuschelnd schlummern.

Es gibt zusätzlich ein Vor- und ein Nachbild. Vorn der knorrige fast kahle Baum mit sich kuschelnden, einrollenden oder plusternden Tieren vor einem tiefschwarzen Himmel. Hinten das kleine Dorf im Schnee, unter dem sich die Bäume (eine nette Idee: sie werden als ein Blatt gemalt) biegen. Vorn die Nachtkälte, hinten der Tag, der trotz des Schnees voller Wärme ist.

So ist uns jetzt ums Herz.