Christopher Denise (Bilder)
und Phyllis Root (Text):

Olli traut sich was.

Aus dem Englischen von Jeanette Randerath.

Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2002.

ISBN 3-7941-4956-4.
32 Seiten.
13,90 €.

Ab 3 Jahre.

 

 

Denk nach, du musst nachdenken

Das ist nicht der schlechteste Rat, den sich der kleine Olli selbst gibt, nachdem er – völlig versunken in der Verfolgung des fliegenden gelben Blattes – plötzlich sowohl das Blatt verloren hat als auch seine Orientierung. Der Baum ist nicht der knorrige Baum von vorhin, der Busch ist nicht der kleine, bunte Busch, um den sich das wehende Blatt drehte.

Gut, weinen muss auch sein, aber das hilft in Wirklichkeit nicht weiter. Und nach einer Phase nahe an der Verzweiflung kommt die des Nachdenkens. Was liegt bei Bären näher als das zu tun, was sie wirklich gut können. Olli brüllt und brüllt und  brüllt, dass den anderen Tieren des Waldes angst und bange wird. Und tatsächlich, es ist kein Echo, sondern ein Zurückbrüllen und –brummen. Mama und Papa! Am knorrigen Baum entlang, um den bunten Busch herum, den Hügel wieder hinauf, in die Arme von Mama fliegen und Lob hören („Gut gebrüllt!“ „Lass dich knuddeln!“). So machen das gute Bären-Eltern: kein Vorwurf, keine Ermahnung für nächstes Mal, keine Aufarbeitung. Gut gebrüllt! reicht völlig aus.

Wir befinden uns augenscheinlich im Nordosten der USA, der Indian Summer holt seine warmen Pastelltöne raus. Das Holzhaus steht einsam auf dem Hügel, die Nachbarn sind weit genug weg. Jeder macht seine Arbeit mit enormer Ruhe und Ausgeglichenheit. Keine Hektik, eins  nach dem anderen. Und wunderbar Olli, wie er völlig konzentriert auf das gelbe Blatt diesem nachjagt als gäbe es nichts anderes als eben dieses gelbe Ahornblatt.

Wo mag es nur geblieben sein? Hat der Wind gedreht? Hat es vielleicht auch zurückgefunden?

So zeichnet man Glücklichsein