Reinhard Michl:

Wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen.
Tiergeschichten und –gedichte.

Hildesheim: Gerstenberg 2002.

ISBN 3-8067-4948-5.
194 Seiten.
24,90 €.

Ab 4.

 

Geschichten und Gedichte zum Vorlesen mit vielen Bildern zum Anschauen. Früher hatte man solche Bücher „in jedem Haushalt“.

Der Band sechs der „Hausbücher“ von Gerstenberg enthält 50 kurze Geschichten bzw. Gedichte, denen das Thema „Tier“ gemeinsam ist. Michl unterteilt sie in fünf etwa gleich große Kapitel, sein Kriterium dazu ist der Lebensraum der Tiere: Wasser, Luft, Wiese, Wildnis und Hof. Der Tenor aller Texte ist eher heiter, sprachlich oft verspielt („hasen in hosen / lasen in losen / assen aus dosen / sassen in sossen /...“, haben eine Fabel-Moral (wenn oft auch nur eine kleine) oder vermenschlichen die Tiere (Mikesch in der Schule). Nie kommt das zwinkernde Auge zu kurz, so dass das Lesen eine wahre Freude ist.
Jeder Textautor wird im Anhang mit einem kleinen Absatz vorgestellt (und wo die Rechte des Textes liegen). Die Mischung von Äsop über Goethe zu Robert Gernhardt und Grégoire Solotareff schafft auch hier eine Breite in der Auswahl, obwohl die Mehrzahl der Texte deutlich im 20. Jahrhundert verfasst wurden.
All das bisher Geschriebene würde ausreichen für ein gutes Buch, aber ohne (die) Bilder wäre es doch nur halb so gut. Neben ganzseitigen Bildern wird der Text immer wieder durch kleine Zeichnungen ohne Hintergrund aufgerissen, abgeschlossen oder begonnen, begleitet. Michl’s Zeichen-Stil ist eher traditionell, seine Tiere sind seltsam lebendig, denn er achtet wohl sehr darauf, wie und wohin sie gucken: listig, gutmütig schielend, weit aufgerissen erstaunt, trottelig oder hellwach, schläfrig oder einschläfernd, böse oder verschlagen. Gleiches gelingt ihm bei den wenigen Menschen, die er zeichnet, nicht genau so gut – ist ja auch ein Buch über Tiere. 

Wie die Reihe schon verrät: Ein kleiner Schatz, der irgendwo im Haus herumstehen sollte. Am besten in Bettnähe, dann kann man den Kindern vorlesen. Immer mal wieder.