Jan Fearnley:

Ganz schön clever, Opa Bär!.

Aus dem Englischen von Irmtraut Fröse-Schreer.

Giessen und Basel: Brunnen 2002.

ISBN 3-7655-6631-4.
32 Seiten.
12,90 €.

Ab 3 Jahre.

 

Opa Bär weiß: Dies ist der perfekte Tag. Die anderen Tiere je nach und nach vermuten, was er wohl vorhat und folgen ihm je. Aber alle liegen falsch.
Es ist nämlich Winter, und von einem Berggipfel voller Schnee macht man am besten .... Huiiiiiiih!!! Und alle dürfen mitmachen.

Juchhuuu!!

Opa Bär stapft (stapf stapf stapf), ihm folgt sehr bald der Dachs (trippelditrapp), weil er vermutet, dass es sich um versteckte Honigwaben irgendwo da oben handelt. Der Fuchs (pirsch pirsch) glaubt an eine Schneeballschlacht, das Eichhörnchen (hüpf hüpf hüpf) an eine Schatzsuche. Der Maulwurf (glitsch glitsch plumps) als letzter denkt wohl immer nur an Käfer und Würmer.

Beim Vorlesen werden in Old-MacDonald-Had-A-Farm-Manier genau diese Fortbewegungsarten immer wiederholt. Das schafft Vertrautheit, fördert die Konzentration, erhält Altes und erwartet neugierig das Neue.
Oben auf dem Berg sind alle etwas frustriert, denn Opa Bär hat etwas anderes im Sinn: Er spielt den Schlitten und die anderen dürfen auf ihm hinunterrodeln. Das Buch muss ab sofort dem Kind zugewandt entblättert werden, nach unten geht die erste Seite, nach rechts und noch mal nach unten. So ist auch der Weg der Fünf bis in die weiche Schneewehe hinein! Juchhuuuu! Und dann noch mal nach oben (Blätter zurückschlagen) und von vorn! Und dann ... (bis es Abend wird).

Eine wunderschöne Idee und auch noch kindgerecht bereitet. Fearnley zeichnet traditionell, schafft also keinen neuen Typus. Die Bilder sind oft doppelseitig mit integriertem Text und comichaft ins Bild gebrachten Geh-Geräuschen. Die Figuren sind sympathisch mit kleinen Accessoires (Schal, Mütze, Handschuhe für den Maulwurf) und brauchen keinen Namen, um individualisiert zu wirken.

 Kleine Anmerkungen über biologische Ungereimtheiten (Bären halten Winterschlaf, Maulwürfe haben wohl kaum überirdische Freunde usw.) sind hier völlig fehl am Platz. Auch wenn die Bilder Tiere zeigen und der Text von ihnen spricht, so ist doch deutlich Opa B. gemeint und seine Enkelkinder.

 Leider ist das Buch wohl nicht für Büchereien geeignet, weil der schöne Clou am Schluss sehr bald wohl nur noch aus beigelegten, zerknitterten Blättern bestehen würde – oder die Seiten werden irgendwie verstärkt, um auch nicht-sachgemäßer Behandlung standzuhalten.