Susana Uribe (Bilder) & Donna Bee (Text):
Mitternachtsbesuch. Eine Dezembergeschichte
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Berlin: Aufbau 2002.

ISBN 3-351-04026-1.
32 Seiten.
15,- €.

Ab 6.

 

 

Ein wahres Märchen zum Nikolaus: In der Nacht wird Max von einem kleinen Etwas mit Batterieflügeln aufgesucht: Ein Engel bedarf seiner Fürsorge.

Eben noch der stärkste Wunsch

Max kennt sich aus mit Inlinern. Leider hat er aber keine eigenen. Also wünscht er sich die zum Nikolaus. Und die Mütze von Lucy, ja richtig, nicht so eine wie Lucy hat, sondern die, die Lucy hat. Drei Marzipan-Nikoläuse dürfen es auch noch sein. Doch kurz vor dem Einschlafen belauscht er seine Eltern, denen Rollerskates für Nikolaus zu teuer sind. Bleiben also nur noch zwei Wünsche.
Dann aber setzt sich ein kleines Etwas, das sich als Engel mit Auftrag entpuppt, auf den Fenstersims. Max lässt sie (Engel sind weiblich) herein, versorgt sie mit Batterie (Engelflügel brauchen die auf der Erde), heißen Kakao und Kekse. Als sie wieder fort muss, gibt er ihr großzügig die Marzipan-Nikoläuse und die rote Lucy-Mütze dem namenlosen Engel mit auf den Heimweg in den Himmel, denn er durfte die Rollerskates („Innenstiefel aus elastischem Schaum, glasfaserverstärkte Nylonschiene, 76 mm-vier-Rollen-Modell“ usw.) behalten.

Oder war das alles nur ein Traum?

In gewohnt edler Aufmachung kommt das Buch daher. Die Bildseiten haben je einen pastellfarbenen marmorierten Hintergrund, die Zeichnungen lassen viel Raum, sind realistisch und pfiffig und humorvoll (man beachte nur die „Hände“ vom Vater, der in dem Buch „Dinosaurier für Anfänger“ liest). Rotbraun-Töne mit gelbem Licht bringen Wärme in das Zimmer von Max Grünhase, und als der kleine Engel immer noch friert, muss er auf die weiße, kalte Textseite.

Das erste Bild ist spiegelverkehrt (Schriftzüge: „Lieber Nikolaus“, „Kl...“ für Klebstoff, „24“ auf der Autotür), wirkt aber im Bildaufbau in der Tat so viel besser, als wenn Max nach links (also zurück) geschaut hätte und der Rauch mit den Wunsch-Geschenken nicht nach vorn weisen würde. Durch die Spiegelschrift kommt etwas Geheimnisvolles in das erste Bild – wie ja auch bald in die Geschichte.

Eine schöne Moral hat sie dann auch noch – Kein noch so heißer Wunsch kommt gegen gegenseitige Hilfe und Freundlichkeit an.