Géraldine Elschner (Text) & Lieselotte Schwarz (Bilder):
Sternenkind.

Gossau Zürich und Hamburg: Michael Neugebauer 2002.

ISBN 3-85195-690-7.
32 Seiten.
15,80 €.

Ab 3 Jahre.

 

Zwischen 32 Seiten ein ganzes Leben: Vom Himmels-Stern zur leeren Hülle eines See-Sterns am Strand, den ein kleines Kind findet.

Drei Leben

Eine schöne Geschichte in zum Teil merkwürdig altertümlicher Sprache, die die Kinder beim Vorlesen auch heute noch so mögen. So sprach man halt, als die Sterne den Mond noch überzeugen konnten, dass er ihnen ein Leben im Meer ermöglichen muss - so lange wie die Zeit eben reicht.
Das Meer, das ist ein guter Freund des Mondes, das dieser liebt wegen seiner Vielfältigkeit, wegen seiner Fähigkeiten zu lachen und traurig zu sein, das sein Aussehen ändern kann und unzählige Schätze verbergen. „Das Meer ist voller Zauber.“
Diesen Zauber möchte der kleine Stern erleben („…jeder Stern will irgendwann auf die Welt kommen…“). Ein Lichtstrahl begleitet ihn hinunter in die Bucht, wo er freundlich aufgenommen wird, von wo er die ganze Welt erkundet und von wo er diese Welt wieder verlässt, als es so weit ist. Seine leere Hülle wird das Kind erfreuen, das in dieser die ganze Geschichte nach-spüren wird.

Lieselotte Schwarz malt in Mischtechnik in kräftigen Farben. Ihr Stil erinnert einerseits an den in den 60er Jahren sehr populären Maler Lionel Feininger. Linien überschneiden sich, Mischfarben entstehen, verstärken sich gegenseitig – und fast nebenbei entstehen Körper und Gegenstände, Gesichter und Gefühle. Sie malt auf grobem Karton, umreißt die Flächen mit Bleistift und färbt mit Wasserfarben (?). Sehr große Flächen wechseln mit kleineren, die Hauptfigur (Stern, Mond, Fisch, Vogel, Dorf oder Schiff) sind sehr klar und werden von Kinderaugen sofort wahrgenommen. In andere Teile kann man etwas hineinlesen, sich hineindenken oder für sich interpretieren.
Den großformatigen, ganzseitigen Bildern auf der rechten Seite stehen kleine Wiederaufnahmen auf der Textseite gegenüber: Mond und Wolke, ein Seemann, ein Handstand machendes Kind usw. Allein das Gesicht des Mondes mit den dickwülstigen roten  Lippen und dem grünen Augenlid stünde etwas weniger Farbe vielleicht besser zu Gesicht.

Das gilt manchmal auch für menschliche.