Laura Orsolini:
Klick.

Aus dem Italienischen vom LeiV-Verlag.

Leipzig: LeiV 2003.

ISBN 3-89603-122-8.
32 Seiten.
12,90 €.

Ab 12.

 

Licht ist, wenn man auf den Schalter drückt. Klick macht es, und es ist wieder aus. Das sieht der kleine Fiorello schon, als er noch ganz klein ist. Und dann immer wieder.

 Erfahrung lehrt.
Und verändert.

 Wer aber knipst draußen das Licht an und aus? Wo ist der Schalter?

Eine typische Kinderfrage – entstanden aus dem eigenen noch begrenzten Erfahrungsschatz. Es wird hell oder dunkel, wenn man auf den Schalter klickt. Fiorello macht sich auf die Suche. In seiner direkten Umgebung findet er den Schalter nicht, also muss er hinaus in die weite Welt. Der Busfahrer kennt ihn nicht („Du willst bestimmt ein großer Entdecker werden.“). Die Lehrerin weiß nicht, wo so ein Schalter sein könnte. („Du willst bestimmt mal ein berühmter Wissenschaftler werden.“). Auch der Schriftsteller, der Maurer, die Hausfrau wissen nichts von solch einem Schalter.
Als ihm der Zauberer seinen Zauberpinsel schenkt, kann der Junge sich diesen Schalter malen. Aber das Interesse erlahmt schlagartig. Viel lieber malt er Sonnenblumen, Katze, Mama.
Typisch.

Weniger typisch sind die Bilder in schwarzen und gelben Farben. Flächen werden mit schwarzer Öl-Kreide gefärbt, als Unterlage dient hier geprägtes Papier. Linien haben keine Unterlage, sind einfach Linien. Der Hintergrund ist blass-gelb, wenn es sein muss auch als diffuses aber kräftigeres Sonne-Mond-Stern-Licht zu vermuten.
Die Bilder sind sparsam gefüllt, oft mit Raum-Horizont und Ecke im Zimmer, der kurze Text bildet leicht gebogenen Linien, ist luftig, leicht, graphisches Element. Die Entwicklung des Kindes passiert zum Teil zugleich auf einem Bild (links als Krabbel-Baby, erste Laufversuche in der Mitte, rechts mit dem Dreirad), die Pilot-Flugzeug-Szene erinnert entfernt an St. Exupery. Dann ist der Kleine ein Napoleon an der Bushaltestelle. Der Pedell läutet die Glocke zum Schulbeginn, die wenigen Kinder dösen im sonnendurchfluteten großen Raum, laufen fröhlich nach draußen nach Unterrichtsende mit der schwarzen Schultasche.

 Gut beobachtet. Exakt nachempfunden. Minimalistisch gezeichnet. Beeindruckt.

 

 

 

PS
„Zeig mal!“ (Nach dem Fotografieren mit einer Digital-Kamera in Ordnung, aber bei einer Spiegelreflex?).
„Schau mal!“ (Beim Telefonieren wird der Hörer in Richtung des Ziels gehalten.)