Marie-Ange Guillaume (Text) & François Roca (Bilder):
Hoppla Hugo!.

Aus dem Französischen von Werner Leonhard.

Hildesheim: Gerstenberg 2003.

ISBN 3-8067-4991-4.
32 Seiten.
15,90 €.

 

Autos haben ihre Probleme, Freunde, Partner, Neider. Sie müssen sich im Leben beweisen und ihren Lebenssinn finden. Autos sind halt auch nur Menschen.

Vom Leben

Nur in der ersten (und in der letzten) Geschichte darf der Text auf die schöne, die rechte Seite, ansonsten hat in einem Bilderbuch selbstverständlich dort das Bild zu sein. Und zweimal erzählt die nächste Bild-Doppelseite die Geschichte zu Ende.
Wir haben es mit elf Geschichten zu tun, die zweispaltig auf einer Seite abgedruckt sind und von einer Vignette in der Mitte eine besondere Gliederung erfahren. Fast alle haben eine Moral („... Die Freiheit ist wie das Malen mit Ölfarben: schwierig, aber nicht so grau in grau wie ein Busdepot.“), die der jeweiligen Geschichte den letzten Pfiff geben. Die Hauptperson ist ein kleines und schon betagtes Taxi, das sich gegen die superschnellen, kräftigen, schnittigen, edlen und superteuren anderen Autos bewähren muss, aber auch ein Kran kann durch seine Überheblichkeit gegen den kleinen Hugo nicht bestehen. Wie jeder Detektiv des „film noir“ so hat auch unser Taxi eine verlässliche Freundin, Lorette, die „hübscheste Zapfsäule in der ganzen Gegend“. Bei ihr kann er sich immer mal wieder ein Gläschen Super genehmigen und wird mit seinen Sorgen verstanden, und nicht etwa ausgelacht oder belächelt wie manchmal von Seinesgleichen.

Roca ist seinem Malstil treu geblieben. Die Autos zeichnet er nostalgisch, in sauberen Farben mit einer Spur Schwarz für die Schatten. Er lässt die Lampen die Augen sein, das Emblem dient als Nase, der unter Teil des Kühlers darf als Mund dienen, wobei der Grill deutlich als Zahnreihe zu erkennen ist. Sein Blick-Standpunkt ist oft der eines Frosches. Damit wirkt die Gefahr, in der sich Hugo manchmal befindet, extrem bedrohlich.

Wieder ein Bilderbuch, das wohl eher für Erwachsene oder (ältere) Jugendliche denn für die traditionelle Zielgruppe ist. Also ein Vorreiter, um mit dem Image (Bilderbuch = ’was für Kleinkinder) aufzuräumen.
Weiter so.