Malachy Doyle & Angelo Rinaldi:
Kuh.

Aus dem Englischen von Nicola T. Stuart.

Hildesheim: Gerstenberg 2003.

ISBN 3-8067-4995-7.
32 Seiten.
12,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

Ja, ja, das Leben als Kuh ist ganz schön anstrengend. Schon am Morgen musst du heim in den Stall zum Melken, dann wieder zurück auf die Weide, dann Fressen, den Kindern beim Spielen zuschauen, wiederkäuen, aus dem nahen Fluss trinken, die Fliegen vertreiben und wieder zum Melken. Ja, ja, „so eine Kuh hat schon viel zu tun“.

Leben als Kuh

Rinaldi zeichnet zum Teil so realistisch, dass man ein Foto zu sehen meint (vielleicht hat er auch welche benutzt). Näher als auf dem Titelbild kann man einer Kuh kaum kommen, die Neugier ist am leicht schief geneigten Kopf und im glänzenden Auge schier zu erkennen: Kühe sind wache Wesen. Und arbeiten müssen sie – den ganzen langen sonnigen Tag, 16 Doppelseiten lang. Halt, zwei sind abzuziehen, denn darauf sind die Kinder zu sehen.
Der sehr kurze Text ist zumeist im Bild integriert und trifft im lakonischen Ton gut den Tagesablauf: „Der Tag beginnt. Morgendämmerung...“ und der Bauer kommt „den Weg entlanggeschlendert – und pfeift ein Lied“. Da ist noch die „Heile Welt“: die Hühner laufen genauso frei auf dem Hof herum wie Schaf und Ganter. Nur die Schweine sind eingezäunt, aber selbstverständlich draußen.

Auch wenn die Häuser nicht die unseren sind (Südengland, vielleicht die Kent-Downs), so fühlen wir uns doch gleich heimisch in diesem leicht gewellten, hügeligen grünen Land, in dem der Nebel früh morgens in den kleinen Wälder hängt und tagsüber weiße Watte-Wolken in einem freundlich blauen Himmel.