Birte Müller & Bruno Hächler
Fritz Frosch

Gossau Zürich und Hamburg: Michel Neugebauer 2003.

ISBN 3-85195-077-1.
32 Seiten.
 €.

Ab 3 Jahre.

 

Ein unanständiges Thema wird salonfähig. Kleine Kinder und alte Leute machen es in der Öffentlichkeit, Eheleute nehmen manchmal keine Rücksicht aufeinander und wir anderen verlassen unauffällig den Raum. Wovon die Rede ist? Pupsen.

 Ein unanständiges Geräusch

Fritz Frosch pupst in allen Lebenslagen, zu allen Zeiten und an allen Orten. Laut und vernehmlich. Und stinken tut’s auch! Es (er) ist eine echte Plage. Die anderen Kinder finden es nur lustig, wenn Fritz beim Schwimmen pupst. Da gibt es ein großes Geblubber. Ansonsten nervt sein Pupsen eher.
Der Arzt kann Fritz nicht helfen, der Lehrer versteht keinen Spaß und Großmutter guckt sehr indigniert. Nein, Fritz, du musst das in den Griff kriegen. Einbehaltene Winde blähen aber den Bauch, und bald ist Fritz so dick, dass er kaum noch durch die Tür passt. O je! Je mehr Luft im Bauch, desto leichter der Fritz – und schon schwebt er nach oben, immer höher steigt er, dass er kaum noch hören kann wie unten sein Papa ruft: „Du musst puuuupsen!“
Wie ein Luftballon saust Fritz in wilden Spiralen durch die Luft nach unten. Schön, dass du wieder da bist! Da kocht Mama gleich am Abend sein Lieblingsessen (Bohnensuppe).

Auch wenn Birte Müller Breitmaulfrösche zeichnet, so ist es selbstverständlich eine Menschengeschichte. Sie zeichnet mit grobem Pinselstrich und wischt auch schon mal über eine größere Fläche, ohne jedoch auf Feinheiten in ihren Bildern zu verzichten. Ihre Frösche haben einen großen Wiedererkennungswert, sie zeichnet große, weiße, seitlich aufgesetzte Augen und einen schmalen, breiten Mund in die breiter als hohen Köpfe. Die fünf Finger enden in dicken, gemütlichen Knubbeln, die Füße haben mal fünf, mal vier Zehen. Und die Spielpuppen sind natürlich auch Frösche, ansonsten gibt es Bauklötze und Eisenbahn und Molch. Und in der Schule haben sie wohl gerade Sexualkundeunterricht (obwohl im Text eher Mathematik auf dem Stundenplan stehen sollte): Vom Froschlaich über die Kaulquappe zum fertigen Frosch. Die Froschkinder machen das, was man als Schüler eben so macht: Füße auf dem Stuhl, schwatzen, träumen, mit einer Zwille schießen. Und pupsen.

Aber das wird ja salonfähig, wie Papa beim Kuscheln mit Fritz unter Beweis stellt.