Sibylle Vogel :
Hugo allein daheim.

Wien: Picus 2003.

ISBN 3-85452-865-5.
32 Seiten.
12,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

Ein rechter Unfug macht in Wirklichkeit nur Spaß, wenn er mit Strafe oder wenigstens mit Mecker bedroht ist. Das merkt Hugo Hund sehr schnell.

Allein, aber doch geliebt

Wie jedes anständige Kind macht Hugo Hund erst einmal alles, was sonst verboten ist. Die Familie ist fort gefahren und hat ihn mit dem Schutz des Hauses beauftragt. Nach „Sie sind ohne mich weggefahren.“ sprudeln Hugos Ideen nur so: Kühlschrank leer essen, Tanzparty mit Freunden bis nach 22 Uhr, Modenschau machen, Hühner jagen, Katze erschrecken, telefonieren, Schaumbad in überlaufender Wanne nehmen, in fremden Betten schlafen, Briefträger beißen.
Aber all das macht keinen rechten Spaß. Niemand streichelt ihn, niemand schimpft mit ihm. Wäre da nicht die Postkarte („Halte durch! Wir kommen bald zurück!“), Hugo wäre wohl sehr unglücklich.

Sibylle Vogel zeichnet bewusst a-perspektivisch und nimmt Anleihen bei Kinderzeichnungen. Der kurze Satz auf jeder Seite steht in einem übersichtlich gestalteten Bild. Bei allen Außen-Szenen ist das zu hütende Haus mit den vielen Fenstern und der oben angeschlagenen offenen Tür zu sehen. Neben der Illustration des Textes gibt es immer noch ein, zwei witzige Nebensachen, die auch kleine Kinder finden und verstehen können – Schatten, die das Original karikieren, Blumen wie Schlangen, Vögel wie Düsenjäger, Diebe mit Löchern im Strumpf. Die Inschrift am Kopfende („Nicht Hugos Bett“) ist etwas für den Vorleser. Der will sich auch freuen.