Wilhelm Schlote:
Mein Opa hat die Taschen voller Buntstifte.

Weinheim; Basel; Berlin: Middelhauve bei Beltz 2003.

ISBN 3-7876-9769-1.
32 Seiten.
12,95  €.

Ab 03 Jahre.

 

Charlotte erzählt die Geschichte von ihrem Großvater, der diese für sie geschrieben und gezeichnet hat: ein Leben voller Farbe und Liebe.

Das Leben ist bunt und einfach

Du musst aufpassen, dass du nichts Falsches mit Opa oder seiner Familie machst. Sonst könnte er auf die Idee kommen, mit seinem magischen Rotstift ein Kreuz durch dich zu zeichnen. Das war’s dann. Aber Opa macht das nur ganz selten und nur mit Menschen, die ihn wirklich ärgern. Zum Beispiel seine Lehrerin und die Schule oder der Bankmensch mit seinem Geldhaus. Für alle anderen hat er mindestens einen Buntstiftstrich übrig. In vielen verschiedenen Farben.
Da Opa weiß, dass man nichts mit in den Himmel nehmen darf, hat er vorsorglich schon mal seine Buntstifte, die er sonst immer bei sich trug, seiner Charlotte geschenkt. Und die hat die Stifte versteckt. Dann kann Opa nämlich kein Flugzeug zeichnen, mit dem er in den Himmel fliegen kann zum Lieben Gott.

Auf warmen gelben Seiten hat Wilhelm Schlote mit kräftigen Buntstiften gemalt: viel Krikeleien, Strichmenschen mit durchsichtiger Farbe Kleidung angezogen, großbuchstabigen Text in dunkelbrauner Schrift geschrieben. Er selbst ist immer an seiner Baskenmütze und den großen Stiften zu erkennen, weibliche Wesen an den deutlich gezeichneten Brüsten.
Auch wenn seine Menschen aus Körper mit Strich-Extremitäten bestehen und die Gesichter aus
..,-, so sind sie immer lebendig und drücken durch Haltung und Strichform deutlich ihre Gefühle aus. Opa selbst hat zum Beispiel (fast) immer einen freundlich lächelnden Mund wie überhaupt das Leben zumeist freundlich ist zu denen, die es auch sind.

Ansonsten gibt’s ja noch den Rotstift.