Sophie Schmid:
Wir sind die Grössten!.

Zürich: Bajazzo 2003.

 

ISBN 3-907588-41-X.
32 Seiten.
12,90 €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Wie jeder anständige Mensch an sich so zweifelt auch dieses und oder jenes Tier, ob seine Eigenschaften eigentlich die richtigen sind. Da muss dann eine Situation her, in der jeder zeigen muss, was er kann.

Selbstwertgefühl

Eine tolle Idee, ein Tier als Mosaik zu „malen“ - und ihm damit ein sehr eigenständiges und neues Leben zu geben! Sophie Schmidt malt vier der sieben Helden so, nur Papagei, Pfau und Hyäne sind flächig vor dem nur leicht strukturierten Hintergrund.
Alle sieben Freunde haben das, was man allgemein als midlife-crisis kennt. Jeder beschließt folgerichtig, sein Leben total zu ändern, um das wahre Leben endlich kennen zu lernen. Klar, dass das nicht gut gehen kann und jeder doch seine Fähigkeiten einsetzen muss, um das Steppenschwein Susi aus den Fängen der gefährlichen Schweinebande (auch: Saubande) zu befreien.
Diese Eigenschaften, bzw. der Versuch, sie eben zu verändern, werden zu Beginn in Form von übereinander liegenden Karten, gekennzeichnet mit sechs Wochentagen, vorgestellt. Der Sonntag gehört den Problemen von Lisa, dem Nashorn. Alle anderen liegen neben oder über ihm, alle sind missmutig. Der Angriff der sechsköpfigen Bande stößt in ein Vakuum, der Chef muss sich nicht einmal selbst beteiligen.
Die Freunde bringen je ihre Fähigkeiten ein, um die Entführte zu befreien – und damit sich selbst aus dieser Lethargie. Und dabei lernen sie, sich selbst zu akzeptieren.

Hoher Horizont, trocken-gelbliche Savanne, Groß-Aufnahmen der Handelnden (oder im Gegensatz sehr dislozierte Aufteilung der Tiere auf gleichfarbigem Hintergrund mit scharfem Horizont) schaffen zusammen mit der Mosaik-Idee eine ganz eigene Welt. Jeder ist irgendwie allein, aber dennoch gewinnt nur der, der mit anderen zusammen sein kann.

Das gelingt jedoch nur, wenn man sich selbst akzeptiert (Moral): Man betrachte nur, wie ähnlich und doch so verschieden die Einband-Bilder zu Beginn und am Ende sind!