Philip Waechter:
Die Geschichte meines Opas.

Weinheim Basel Berlin: Beltz & Gelberg 2003.

ISBN 3-407-79315-4.
46 Seiten.
14,90  €.

Ab 3 Jahre.

 

 

Acht je fünfseitige Comics um und über den Supermann in seiner bekannten Kleidung. Halt, etwas ist anders: Trug Supermann eigentlich eine rote, gestrickte Wollmütze?

 Opas sind Helden

Opas sind hervorragende Babysitter. Opas machen exquisiten Urlaub mit ziemlich jungen Damen. Opas haben recht dünnes Haar. Opas können auch Krokodile angeln, oder? Opas können sich mit Kindern verbünden, die den sozialen Stand auf dem Campingplatz sichern oder die sich gern von einem Museum vereinnehmen lassen oder einem Opa gern beibringen, was das Wort „Pokemon“ bedeutet. Und Geschichten von Opas kann man vielleicht sogar bebildern...
Dass sich ein relativ junger Mensch wie Philip W. (der Sohn von Friedrich Karl W.) in das Leben eines Großvaters so hineindenken kann, ist einerseits erstaunlich und andererseits sehr erfreulich. Großeltern dürfen gegen alle pädagogischen Regeln ungestraft verstoßen und die Enkel verwöhnen, sich mit ihnen verbünden. Das dürfen andererseits aber auch die Enkel. Das  Verhältnis über eine Generation hinweg klappt vorbildlich. Jedenfalls in diesem Buch, dessen Geschichten der Wirklichkeit abgeschaut wurden.

Waechter zeichnet seinen Opa fast lächerlich und doch so sehr sympathisch: blauer, eng anliegender Einteiler mit rotem Überhöschen, einem angehefteten roten Rücken-Umhang, dem bekannten S auf gelbem Grund für Supermann, dazu Kneifer (statt Brille, der Opa ist bestimmt schon sehr alt) und rote Pudelmütze. Selbstverständlich kann Opa fliegen, denn Opas können ja bestimmt (fast) alles.
Sechs bis acht Bilder pro Seite in je drei Zeilen zeichnet Waechter. Kurzer Begleittext und Sprech- / Denkblasen begleiten die Zeichnungen. Neben Opa selbst tritt als „running gag“ der Fischverkaufswagen (Verg–Esst Fisch) mehrfach auf, der o.g. Verlag heißt hier Geltz & Belberg und Modern Talking darf von Opa karaoke-mäßig mit Tennisschläge als Gitarre begleitet werden: „You’re my heart, you’re my soul.“

Wäre es nicht so kitschig, so wäre das ein Motto für dies Buch.