Lucie Albon:
Eine Gazelle in der Hand.

Aus dem Französischen von Peter Baumann.

Oldenburg: Lappan 2003.

ISBN 3-8303-1053-6.
32 Seiten.
8,90 €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Eine Gazelle im Giraffengehege. Sie kann noch so hübsche Augen haben, nie wird sie fotografiert, immer nur die Langhälsigen. Die helfen ihr aber, und alle sind glücklich.

 

Große helfen Kleinen

Bilder auf Finger gemalt, die Hand noch gut zu erkennen, deutliche Linien. Vier Giraffen strecken ihre langen Hälse auf den vier Fingern. Ihre großen Augen schauen ja nach unten, wo sich alles andere abspielt. Zum Beispiel zur Gazelle, die auf dem Daumen sich reckt, aber doch nicht annähernd an die imposante Höhe der Vier heranreicht.
Einzelne Finger einer anderen Hand dürfen auch mitspielen. Auf ihnen sind vier weibliche Zoobesucher gezeichnet, je mit Fotoapparaten ausgerüstet. Sie fotografieren die Giraffen ob ihrer schönen langen Hälse und sehen nicht das Schöne weiter unten.
Als wieder eine Besucherin naht, beugt sich ein Finger – und siehe da, auf der anderen Seite des Fingers ist ebenfalls eine Giraffe gemalt, der Fingernagel wunderbar als Schnauze mit einbezogen. Die anderen Giraffen machen es nach, trinken vom See auf dem Handteller, das Foto ist gemacht, die Gazelle mit drauf – und alle sind zufrieden.

Auf den Schlussseiten des Buches gibt es eine Arbeitsanweisung, wie man das als Kind oder Erwachsener nachmalen kann. Leider ist eine Frustration vorprogrammiert, denn für die Bildergeschichte wurden diverse Giraffen wie Gazellen gezeichnet (mal Augen auf, mal geschlossen, mal nach links oben gereckt, mal nach rechts oben) – von den Menschen, die gleichzeitig mitspielen sollen, ganz zu schweigen.
Aber vielleicht ist die Befürchtung übertrieben, denn das Bemalen der Finger ist ein Wert an sich – und sich Geschichten ausdenken kann ein jedes Kind. Nachspielen ist eh langweilig.

Das kleinformatige Bilderbuch ist ein schönes Mitbringsel für Kinder ab 3 Jahre, sollte aber auch in keiner Kindertagesstätte fehlen.