Axel Scheffler  & Julia Donaldson:
Die Schnecke und der Buckelwal.

Aus dem Englischen von Mirjam Pressler.

Weinheim: Beltz 2003.

ISBN 3-407-79310-3.
32 Seiten.
12,90 €.

Ab 03 Jahre.

 

 

In paarweise gereimten Texten erleben wir das Abenteuer einer Schnecke, die mit Hilfe eines Buckelwals die Welt erkunden und sich später dankbar revanchieren darf.

Von den Kleinen

Süß: Auch kleine Wesen wissen sich erstens selbst zu helfen und finden zweitens manchmal auch noch starke und große Freunde. Wozu nicht die uns zugegebenermaßen etwas eklig erscheinende Schleimspur einer Schnecke gut ist, erfahren wir hier gleich zwei Mal. Unsere kleine Heldin ruft somit einen Wal herbei, der ihr die Welt von Hamburg über den Südpol, der Südsee, Nordamerikas zu den tideabhängigen Ufern der Nordsee zeigt. Hier darf die Schnecke zum zweiten Mal schreiben: „Rettet den Wal“ steht in Schleimspur auf der Schultafel. Alle helfen dem gestrandeten Wal, der aus lauter Dank, vielleicht auch, weil er einfach freundlich ist, auch die anderen Schnecken aus Hamburg abholt auf eine zweite Runde um die Welt.

Mirjam Pressler hat den gereimten Text in der Übersetzung so wunderbar nachgedichtet, dass selbst dreijährige Kinder viele Zeilenenden schon bald beim Vorlesen mitsprechen. Textinhaltlich kommt auch der Umweltschutz nicht zu kurz (ohne zu „pädagogisieren“), Tiere helfen einander (nur die Haie kommen nicht so ganz gut weg), Kinder helfen den Tieren, indem sie die Erwachsenen mobilisieren. Das Leben ist manchmal langweilig, oft aber aufregend und in Wirklichkeit schön.

Das vermitteln auch wieder die Bilder von Axel Scheffler. Er zeichnet in den Text hinein, lässt auch kurzen Text in seine Bilder hinein. Vorherrschend sind, wie es sich für ein Bilderbuch gehört, selbstverständlich die großformatigen Bilder, oft eineinhalb querformatige Seiten breit. Er hat die Gabe der Vereinfachung einer Situation durch Beschränkung auf das Wesentliche. Farbe hilft dabei und Abgrenzung vom Hintergrund. Dabei vergisst er nicht kleine Nebensächlichkeiten zu zeichnen (grüner Käfer im tropischen Regenblätterwald / zwei offensichtlich ratlose Möwen beim gestrandeten Wal / tanzende bzw. kämpfende Krebse / begehrliche Katze und gegräteter Fisch).
Die Redaktion und das Lektorat sind zu loben, da an keiner Stelle zu spüren ist, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen handelt. Selbst das kleine Schild vor dem Haus zeigt „Schule“. Dort sitzen unsere kleinen Helden, die, zwar fast so klein wie die Schnecke selbst , dennoch fast Ähnliches bewirken wie diese.

Auch wir Kleinen sind zu etwas nütze? Na klar! Wer hat daran gezweifelt?