Irmgard Harrer (Hrsg.) & Silke Leffler (Bilder):
Das Fabelbuch.
Von Aesop bis heute.

Wien: Annette Betz bei Ueberreuter 2003.

ISBN 3-219-11104-1.
96 Seiten.
19,95 €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Zehn Themen / Sprichwörter (von „Wer den Pfennig nicht ehrt“ bis zu „Wer zuletzt lacht“), 49 Fabeln und ganz, ganz viele ganz-seitige Bilder wie noch viel mehr „Textbegleiter“ geben eine gute Übersicht über die Welt der Fabel.

Fabeln?
Fabelhaft!

Die Fabeln sind weitest gehend bekannt, sie werden hier aber in neuer Zusammenstellung veröffentlicht.
Jedes Kapitel beginnt mit dem Titel und einer Illustration gedruckt auf je anderes farbigem Ingres-Papier. Jede einzelne Fabel wird mit Illustrationen im Text sowie fast immer mit einem ganzseitigen Bild begleitet. Zumeist ist der Text nur einseitig (selbst zwei kurze Fabeln pro Seite kommen vor). Einige sind gar gereimt (Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz), andere berufen sich auf Religionen (Folke Tegetthoff).
Ja, gut, Moral ist nicht mehr so richtig gefragt. Stimmt. Umso wichtiger ist ein Fabelbuch, denn: Fabel ist Spiegel, Fabel ist Moral pur. Und Fabel schiebt alle Eigenschaften auf „irgend jemand anderen.“ Ich kann mich bestenfalls identifizieren oder schlimmstenfalls abgrenzen. Betroffen bin ich erst um eine Ecke, verliere also nicht mein Gesicht. Das ist auch für Kinder schon sehr wichtig, für Erwachsene wohl unabdingbar (anderes Thema).

Schön“ macht ein Fabel-Buch erst die bildliche Gestaltung. Und die ist hier besonders gut gelungen. Es muss wohl an der Textart liegen, dass Illustratoren und –innen sich dort so richtig austoben können und so tolle Ergebnisse vorzeigen können. Das ist bei Silke Leffler nicht anders: Sie karikiert, übertreibt, wird süßlich wenn nötig, lässt streiten oder untertänig sein allein durch Haltung, zitiert, übertreibt, verengt oder gibt eine zusätzliche Dimension zur Fabel-Geschichte.

„Nichts mehr als nichts“ heißt die letzte Fabel, die das folgende englische Sprichwort für den möglichen Frieden in der Welt verdeutlicht: „The straw that brokes the camels back“. Es war nur ein ganz leichter Strohhalm, der das Rückgrat des Kamels brach.