John Irving  & Tatjana Hauptmann:
Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen.

Aus dem Amerikanischen von Irene Rumler.

Zürich: Diogenes 2003.

ISBN 3-257-01102-4.
40 Seiten.
16,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Eine so genannte „beside story“ ist eine Geschichte, die innerhalb eines Romans oder einer Erzählung ein eigenständiges Leben führt. Hier ist eine aus „Witwe für ein Jahr“.

Geräusch Maus Monster

Ein toller Titel! Tom wird wach, weil er ein Geräusch hörte. Sein Bruder Tim schläft einfach weiter und antwortet auch nicht. Wir haben eine Vollmond-Nacht, und Tom muss vor einem Wieder-Einschlafen wissen, wer (oder WAS) das Geräusch verursachte. Seinem Vater erklärt er. von welcher Art das Geräusch war: wahrscheinlich von einem Monster, keine Arme, keine Beine, sich mit dem Mund vorwärts ziehend ... Man mag gar nicht daran denken.
Vater bietet als Lösung eine Maus an, die hinter den doppelten Wänden des Holzhauses hin und her huscht. Tom genügt die Erklärung, er schläft jetzt weiter. Tim aber, der Zweijährige, der noch nie eine Maus sah, will wissen, wie sie aussieht – ohne Beine, ohne Arme, sich mit den Zähnen vorwärts ziehend...

Die Bilder sind in blassem, stumpfem Blau gehalten mit vielen schwarzen Strichen. Das Holhaus steht einsam in Seenähe (Leuchtturm), hat einen engen Holzzaun. Es ist ein karges Has, die Kinder haben nur wenige Spielsachen (‚fliegende’ Fledermaus / Saurier, Teddy/Clown). Vater spricht zwar, tritt aber nicht als Person im Bild auf, dafür Schatten (die Maus mit dem überdimensionierten, verzerrenden Abbild durch das tiefe Licht aus der geöffneten Tür ist kaum zu erkennen) und Lichteffekte durch den hellen Mond. US-amerikanische Versatzstücke wie Baseball-Handschuh, American Football, Golftasche mit Schlägern, Mailbox dürfen Staffage spielen.

Tolle Bilder und eine etwas verstörende Wendung der Geschichte in Richtung des kleinen Bruders, der zunächst eher Nebenfigur war. Dem folgt auch das Bild: Tim steht in seinem Gitterbett, der bisher an einem Gummi fliegende Saurier sitzt auf dem Kopfende.

 Ja, es ist legitim, sich eines Namens zu bedienen. Warum nicht Irving, wenn dem ein wunderschönes Bilderbuch folgt?