Antonie Schneider & Quentin Gréban:
Du bist die liebste kleine Maus!.

Gossau Zürich: Edition Jürgen Lessig bei Nord-Süd 2003.

ISBN 3-314-01207-1.
32 Seiten.  12,80  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Nichtbeachtung kann verletzen. Dann sagt man manchmal Dinge, die man besser nicht gesagt hätte. Gut, wenn ein Vermittler das gerade rückt. Dann kann das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Die Vermittler sind die Eltern der kleinen Maus mit dem wunderlichen Namen „Fee“. Die ist diejenige, die den winselnden, dann brummelnden und schließlich knurrenden Hund Hampo nicht wahrnimmt. Hampo endlich ist der, der aus Nichtbeachtung so verletzt ist, dass er sein scharfes Gebiss und glitzernde wütende Augen zeigt und Fee ziemlich beleidigt, indem er sie dumm nennt und dick.
Fee geht jeden Morgen auf dem Schulweg an seinem Grundstück vorbei, begleitet von anderen Mäusekindern. Ihr sauberes weißes Kleid mit den roten Käfern leuchtet in der Sommersonne, aber sie versteht nicht, dass Hampo auf sich aufmerksam macht, sie schließlich nur deswegen beleidigt, weil er doch so gern mit ihr zusammen sein möchte, sie ihn aber einfach links liegen lässt, ihn gar nicht beachtet. Die Beleidigung nimmt sie sich dagegen sehr zu Herzen und erst das Gespür ihrer Eltern lässt sie zu einem Entschluss kommen: Sie bringt Hampo den Speck – und damit beginnt eine Freundschaft zwischen zwei ungleichen Partnern, wie sie wohl größer nicht sein könnte.

Obwohl die Mäuse vermenschlicht sind, leben sie in einer Welt der Menschen, in der diese aber gar nicht vorkommen. Der Schulweg ist ein Bürgersteig, Hampo bewacht ein Haus, der Essteller bei Fee daheim ist ein großer Teller aus Meschenbeständen, ebenso der Käse mit der großen Gabel, der Löffel mit dem Pudding, die Streichholzschachtel und der Spiegel, in dem sich Fee das erste Mal selbst sieht.
Das ist eine ungewöhnliche Perspektive. Einerseits Menschenwelt, andererseits kommt kein Mensch vor. Mäuse in Kleid und Anzug, die selbstverständlich mit ihren Taschen in Schule eilen und ein gefährlicher Hof-Hund, der um Liebe und Aufmerksamkeit erst bettelt, dann trotzig seine heimliche Freundin verprellt.
Schön, dass Fee so furchtlos ist und nach einem Gespräch mit ihren Eltern weiß, wie so eine fast verfahrene Situation zu retten ist.

Das verstehen auch Dreijährige schon gut.